30.01.2014 CHRISTIAN WEBER / JEREMIAH CYMERMAN / FRANTZ LORIOT

2014.01.30 Weber / Loriot / Cymerman

CHRISTIAN WEBER (Zürich)
Kontrabass

Wie ein ganzes Orchester von Kontrabässen, Violas, Cellos und Elektronika stampft Christian Webers Kontrabass einer Maschine gleich vor sich hin. Rauh, tief und körperlich graben sich die Bässe in den Bauch, reiben im Ohr, erden den Geist, dicht und voluminös, zweihändig gestrichen, geslappt, gezupft oder gerieben. Um gleich darauf wieder minimal, fast scheu, die Möglichkeiten des Instruments, den Reichtum seiner Töne und Klangfarben, zu erkunden.

http://www.christianweber.org/

JEREMIAH CYMERMAN (New York)
Klarinette / Elektronik

Melancholisch, fast romantisch, dann wieder düster-nervös baut Jeremiah Cymerman bedrohliche Spannung und surreale Schönheit auf, in der die Intensität des Noise auf die Agilität frei improvisierter Musik und die rohe Direktheit der musique concrète trifft. Cymermans Elektronik spannt Flächen auf, in denen die Klarinette elekronisch verfremdet in weiten Ebenen dahingleitet, dann wieder gehetzt abhebt, um sich roh, abgehackt und vibrierend im kathartischen Lärm der Drones zu entladen. Ein surrealer Traum, der zum Albtraum wird.

http://www.jeremiahcymerman.com

JEREMIAH CYMERMAN (New York)
Klarinette / Elektronik

FRANTZ LORIOT (Paris)
Viola

Urban, gestresst, laut und intensiv jagt die Klarinette Jeremiah Cymermans durch den Tonraum, trifft schmerzhaft dissonant auf die quietschende und reibende Viola Frantz Loriots, aufbrausend und lärmig, von exzessiv noisiger Disharmonie, dann wieder säuselnd und wimmernd. Kaum hat man sich an die nervöse Welt des Free Jazz gewöhnt, werden die Instrumente zu Tieren, quaken, flöten, zwitschern, grunzen, schnarren. Akkustische Signale werden zu elektrischen Impulsen, die Musik zur musique concrète der Instrumente: Geriebene und geklopfte Oberflächen, gekratzte und verbogene Seiten entführen in eine Landschaft aus elektroakkustischen Skulpturen, Wüsten und Flüssen aus Klang. Doch auch diese Verortung wird verdrängt durch komponiert anmutende Tonanordnungen, wie sie die Neue Musik schreiben würde, atonal und ihrer eigenen Struktur folgend. Die improvisierte Musik des Duos Cymerman-Loriot negiert jede Gewissheit  – das Konzert wird zum permanenten Experiment, zur Entdeckungsreise durch die zeitgenössische Musik aller Genres.

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Flyer

Pressetext

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